Gestern ist Familie Ausgeflogen in Cabo de Gata gelandet. Wir sind nun 100 Tage on the road. Man könnte auch sagen, wir sind weit weg und glücklich.
Die Halbinsel hinter dem Cabo de Gata ist die sonnenreichste Zone Europas und ähnelt in vielem Nordafrika. Agaven, Kakteen und vereinzelt Palmen wachsen auf der sonnenverbrannten Erde, welche seit 1987 als Naturpark geschützt ist. Hier hat sich ein Stück Mittelmeerküste mit tollen Stränden und bizarren, vulkanischen Gesteinsformen erhalten, wie es sonst in Spanien nicht mehr zu finden ist. Uns hat das Cabo de Gata allerdings mit starkem Wind und sogar einem kurzen Regenschauer empfangen.
Für uns ist Cabo de Gata nur eine kurze Zwischenstation, bevor es weiter nach Granada geht. Es blieb heute aber genügend Zeit für eine kleine Radtour entlang der spektakulären Küste und für einen Abstecher nach San José, dem Hauptort der Region.
100 Tage on the road – wir möchten uns anlässlich dieser Marke auch Zeit für ein paar Gedanken zu unserer Reise nehmen:
- Vieles haben wir schon erlebt. Wir haben unsere Träume in die Tat umgesetzt. Wenn Wünsche Wirklichkeit werden, ist dies ein kraftvoller Prozess. Mut und Entschlossenheit sind unerlässlich, wenn man so ein Unterfangen angehen und Träume realisieren will.
- Wir ließen den Alltag und unsere Verpflichtungen hinter uns und lassen uns unbeschwert treiben. Wir haben kein festes Programm sondern Zeit für Müßiggang, Zeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Zeit, neue Kraft zu schöpfen. Zeit zum Nachdenken. Zeit zur Neubestimmung. Herrliche Auszeit.
- Das Reisen belohnt uns mit Erfahrungen von großer Intensität. Unvergängliche Erinnerungen, einzigartige Augenblicke, in denen das Leben sich selbst feiert. Diese Zeit ist sicherlich ein bleibender Höhepunkt unseres Familienlebens.
- Die Reduktion auf das Wesentliche macht bescheiden. Leben zu viert auf 15 m², kein Luxus, kein Fernsehprogramm, ein kleines Köfferchen mit Spielzeug für die Kinder, ein kleines Fach für die Kleidung – mehr braucht es nicht. Unser Luxus ist die gemeinsame, komplett selbstbestimmte Zeit, unsere Spontanität und unsere Freiheit, jederzeit aufzubrechen, wohin wir wollen.
- Die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen, Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge erleben, Wind und Kälte, Meeresrauschen, ein Gefühl der Heimat in der Fremde, wenn man sich in seinen Wohnwagen zurückziehen kann.
- Das richtige Mass wieder finden, im Einklang mit sich selbst und der Natur sein – seine Ansprüche zurückschrauben, andere Lebenskonzepte kennenlernen und akzeptieren, dem Konsumwahn entfliehen. Wir können unserem eigenen Rhythmus folgen.
- Keine Erwartungen erfüllen müssen, keine Sachzwänge. Auf Dinge verzichten, nicht jederzeit erreichbar sein. Mut zur Verantwortung haben, ein sicheres Leben aufgeben.
- Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, damit fängt ein freies Leben an. Gewohnheiten verändern. Gesundschrumpfen, die Kunst des Weglassens. Sich über materielle Dinge freuen, davon aber nicht abhängig sein.
- Ein gutes Leben führen, sich mit wenig zufriedengeben. Auf Luxus zu verzichten hat keinen Einfluss auf ein gutes Leben. Ein reduziertes Leben ist qualitativ hochwertiger als ein Leben im Überfluss und man begreift besser, worauf es wirklich ankommt.
- Eine tolle Ehe, Zeit für den Partner, gute Eltern sein, Zeit für Spiel, Spass, Sport, Bekanntschaften, Zeit zum Schlafen, entschleunigtes Leben. Kein „hätti täti könnti“ sondern ein „wir tuns einfach“.












7 Responses to Cabo de Gata – 100 Tage „on the Road“
Ein schöner Beitrag von einer schönen Reise.
Alles Gute aus Klingenthal, einer gefühlt anderen Welt.
T.
Hallo T.
Ich hoffe, Klingenthal war für dich trotz der Umstände ok. Es freut uns, dass du regelmäßig unseren Blog verfolgst. Dir und deiner Family weiterhin alles Gute.
Liebe Grüsse
Familie Ausgeflogen
Hallo Juanita,
Heidi und die Thurnherren wünschen dir alles Liebe und Gute zu deinem heutigen Geburtstag.
Viel Glück und Gesundheit der Familie ausgeflogen auf eurer weiteren Reise.
Lasst es krachen heut….
Liebe Grüße
Thomas (Tone)
Hallo ihr 4, Besten Dank für die Glückwünsche. Wir werden heute Granada „unsicher“ machen und den Geburtstag von Juanita gebührend feiern! Liebe Grüsse von Familie Ausgeflogen
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Hören sich sehr „rund“ an, Eure Gedanken zu ‚100 Tage on the road‘. Sehr philosophisch, sehr wahr …
Hallo Axel,
Schön, dass dich unsere Gedanken zum Reisen ansprechen. Du hast ja auch schon einige große Touren hinter dir (Südamerika), da weißt du, wie sich das Unterwegssein anfühlt…
Liebe Grüsse an dich und die ganze Familie von
Familie Ausgeflogen
Hallo Fam. Ausgeflogen! Vielen Dank für Eure Sms. Endlich weiß ich, warum ich schon sooooo lange nichts mehr von Euch gehört habe. Ich bin überwältigt. Ich freue mich so für euch, dass ihr all das zusammen erleben könnt, es muss der Wahnsinn sein!!!! Alles zurücklassen und einfach draufloszufahren, da gehört sehr viel Mut dazu. Ich bin schon gespannt die ganze Hintergrundgeschichte und Vorbereitung zu eurem Abenteuer zu hören, wenn ihr wieder da seid. Ich werde euren Blog natürlich ab jetzt regelmäßig verfolgen. Für alle eure weiteren Pläne und Wege wünsche ich euch viel Glück, Ausdauer, Mut und immer eine schützende Hand über Euch, damit ihr wieder gesund und munter zurückkommt. Ganz dicke Umarmungen und schöne Grüße von uns allen 4. Gabi, Gerold, Raphaela und Julian.