Familie Ausgeflogen ist am südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gelandet. Von Tarifa ist es nur noch ein Katzensprung nach Marokko, genau genommen 14km über die Meerenge von Gibraltar.
Hier, am Übergang vom Mittelmeer zum Atlantik herrscht an über 300 Tagen im Jahr Starkwind – ein Paradies für Windsurfer und Kitesurfer – manche nennen Tarifa auch eine der Welthauptstädte des Windsurfens. Naturgemäß hat es jetzt im Winter noch stärkeren Wind als im Sommer, daher sind jetzt auch nur wahre Könner im Einsatz – zu diesen gehört Esteban leider noch nicht, denn es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem September – Wind auf Sardinien, wo Esteban das Windsurfen „gelernt“ hat und dem Dezember- Wind in Tarifa, dazu noch die starke Strömung im Atlantik, da lassen wir ‚mal lieber die Spezialisten ans Werk. Aber auch schon das Zuschauen ist ein Erlebnis, sofern es einem nicht die Sandkörner ins Gesicht schleudert… Der starke Wind hat zudem am Westende der Bucht eine riesige Sanddüne entstehen lassen, die langsam den Pinienwald unter sich begräbt und die sich hervorragend zum Klettern und Toben eignet, insbesondere Esmeralda und Penelope waren davon begeistert.
Von unserer windigen Basis Tarifa machen wir regelmäßig Ausflüge. So besuchten wir das benachbarte Dörfchen Bolonia, welches ebenfalls eine tolle Sandbucht mit Düne hat, es schaut fast wie Tarifa aus nur etwas kleiner, viel ruhiger und ohne Surfer, dafür mit einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit: Baelo Claudia, eine sehr gut erhaltene römische Stadt, die vor zweitausend Jahren wegen der Produktion einer Fischsauce aus Thunfisch sehr wohlhabend und im ganzen römischen Reich geschätzt war. Übrigens, langsam aber sicher entwickelt sich Familie Ausgeflogen zu Sanddünenkletterspezialisten, denn auch die Düne von Bolonia, die noch höher als jene in Tarifa ist, wurde von uns erklommen.
Eine weitere Tagestour führte uns nach England – genau genommen in das britische Überseegebiet Gibraltar. Hier kommt man sich wirklich wie in England vor – Pubs, Fish & Chips, rote Telefonzellen, Bobbies, Teatime – nenne mir ein englisches Klischee und du bekommst es in Gibraltar bestätigt – sogar das Wetter war an diesem Tag unangenehm kalt, doch dies dürfte wohl eher die Ausnahme sein. Gibraltar ist im Wesentlichen ein ca. 5 km langer, gut 400 m hoher Berg, strategisch günstig gelegen und daher von allen Seiten sehr begehrt. Seit gut 300 Jahren britisch, geht man heute aus zwei Gründen nach Gibraltar: erstens um zollfrei zu shoppen, zweitens um auf dem „the Rock“ genannten Berg die Kolonie wild lebender Berberaffen zu sehen, übrigens die einzigen wild lebenden Affen Europas, von denen nicht klar ist, ob sie von Menschen hierhin gebracht wurden oder schon immer auf dem Felsen heimisch waren.

















































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