Der Abschied von El Portús zog sich über mehrere Tage hin und war sehr emotional.
Ein letztes Mal zum Tipi gehen, ein letztes Mal bei Ramirez e Isabelita jamon y queso essen, ein letztes Mal einen Asiatico trinken, ein letztes Mal im Meer Baden gehen, ein letztes Mal an der Bar den Sonnenuntergang genießen, ein letztes Mal Trailrunning gehen, ein letztes Mal den tollen alten Wohnwagen Avondale Mayfly sehen (bevor er hoffentlich demnächst bei uns ein neues Zuhause findet)… Die Tage waren einfach zu kurz, um wirklich alles nochmals auszukosten. Das Wichtigste von allem waren aber die vielen Freundschaften und Bekanntschaften, die sich in El Portús entwickelt haben (manche Leute verwenden auch den Ausdruck „El Portúsianer“ für die Anhänger dieses wunderschönen Fleckchens in Spanien). Da waren unsere lieben Nachbarn Peter und Renate mit ihrem Hund und ihrer Katze, die unsere Kinder nach Strich und Faden verwöhnten (und uns große übrigens auch – vielen Dank für den selbst geräucherten Fisch und die selbstgemachte Orangenmarmelade). Natürlich waren da auch Christine und Cédric mit ihren Kindern Léonie und Phileas, mit denen wir viel Zeit verbracht haben, diverse Partys gefeiert haben und unseren Aufenthalt in El Portús jeweils in gegenseitiger Abstimmung verlängert haben. Nicht zu vergessen Sandy und Helen aus Schottland, mit denen wir uns auf Anhieb blendend verstanden haben und deren geliebter alter Mayfly- Caravan bei uns ein neues Zuhause finden wird, Ludwig und Jeanette aus Bayern und natürlich Mitzi, die für zwei Monate unsere Wohnwagenkatze war, und noch viele mehr, deren Erwähnung hier leider keinen Platz findet.
Da El Portús der letzte längere Aufenthalt auf unserer leider zu Ende gehenden Reise war, haben wir uns für den Abbau, die Reinigung und das Verstauen der diversen Ausrüstungsgegenstände etwas mehr Zeit gelassen als üblich. All das, was wir die kommende drei Wochen eventuell noch brauchen, kam in den Wohnwagen, alles andere in den Kofferraum. Wir werden in den kommenden Wochen das Vorzelt nicht mehr aufbauen und das Auto nicht mehr entladen, somit verkürzt sich am morgen die Zeit, bis wir reisefertig sind auf eine Stunde. Man kann wirklich sagen, dass wir (Juanita und Esteban) inzwischen ein sehr gut eingespieltes Team sind, wir haben all die notwendigen Handgriffe an so einem Reisetag schliesslich auch schon zigmal „geübt“ und jeder weiß, was er zu tun hat. Insbesondere auch das Aus- und Einparken, teils unter Zuhilfenahme der elektrischen Rangierhilfe – genannt Mover – haben wir gut im Griff und ernten regelmäßig bewundernde Blicke und anerkennende Worte, wenn es uns gelingt, mit unserem grossen Camper, er ist immerhin 7,88 Meter lang, auf jeden noch so engen und verwinkelten Stellplatz zu kommen.
Ob man es als Omen dafür werten soll, noch länger in El Portús zu bleiben, wissen wir nicht. Auf jeden Fall versagte just in dem Augenblick, als wir uns von allen ein letztes Mal verabschiedet haben, der Wohnwagen bereits angekuppelt war und wir mitten auf der Zufahrt standen die Batterie und wir konnten nicht starten geschweige denn losfahren. Irgendwie fanden wir das ganze amüsant. Keine zwei Minuten später waren ein Starthilfekabel und ein Auto mit starker Batterie organisiert und die Weiterfahrt nach Oliva, unserem nächsten Ziel auf dem Weg Richtung Heimat, konnte beginnen. Juanita übernahm das Fahren während Esteban sich um die Navigation und die Kinderbetreuung kümmerte. Nach einer problemlosen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag den Campingplatz Kiko Park in Oliva, wo uns bereits Ludwig und Jeanette mit Kimba erwarteten, die bereits zwei Tage vor uns in Oliva angekommen waren. Wir verbrachten gemeinsam einen netten Abend in der Pizzeria. Am nächsten Tag bei herrlichem Wetter machten wir schon frühmorgens einen ausgiebigen Strandspaziergang, dann musste noch schnell eingekauft werden, da wir bei Jeanette und Ludwig zum Grillen eingeladen waren. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, die wir sehr genossen – wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit euch. Auch Penelope und Esmeralda genossen es sehr – während wir Erwachsenen draußen bei einer Flasche Rotwein über Gott und die Welt plauderten, durften die Kinder ins riesige Wohnmobil, in dem es kuschlige Decken, einen Hund und ein Fernsehgerät mit KIKA gab – der Abend war für alle voll in Ordnung.
Am Sonntag morgen, nach zwei Nächten in Oliva, verließen wir schon ziemlich früh den Campingplatz, denn wir wollten an diesem Tag bis nach Villanova bei Barcelona fahren, immerhin gut 400 km, eine Distanz, die von unseren beiden Mädels gerade eben noch akzeptiert wird (2 DVD-Filme lang). Auch diese Fahrt verlief absolut problemlos bei wenig Verkehr und so konnten wir bereits am frühen Nachmittag unseren Camper abstellen und in der Sonne ein Bier trinken. Hier wollen wir nun ein paar Tage bleiben und von hier aus mit dem Bus nach Barcelona fahren, doch davon ein andermal mehr.










































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