Inzwischen ist Familie Ausgeflogen in die südlichen Breitengrade der Überwinterer vorgestoßen. Die Nachsaisonurlauber werden immer weniger, die Zahl der überwinternden Pensionisten und Lebenskünstler nimmt zu.
Zunächst verbrachten wir noch schöne Tage im katalanischen La Mora. Wir besuchten ein weiteres Mal den wunderschönen Waikiki-Strand und beobachteten, wie der Campingplatz von Tag zu Tag leerer wurde, bis am letzten Tag nur noch wir und ein paar Wohnwagen übrig blieben und besuchten die nahegelegene Stadt Tarragona, wo wir Augenzeugen einer spektakulären Bordegas-Darbietung wurden. Bei diesem traditionellen Wettkampf zwischen verschiedenen Mannschaften geht es darum, wer den höchsten menschlichen Turm bauen kann. Dann hiess es auch für uns weiter zu fahren.
Bis jetzt sind wir mit Reisetipps, die wir unterwegs von Urlaubsbekanntschaften bekommen haben, sehr gut gefahren. Daher wollten wir uns auch weiterhin daran halten. Allerdings war der nächste Tipp, El Portus bei Cartagena, über 500 Kilometer entfernt, und wir waren uns nicht sicher, ob unsere Mädels, die grundsätzlich brave Autofahrer sind, sich auf eine so lange Fahrt einlassen würden (man bedenke: mit Caravan fühlen sich 500 Kilometer wie ca. 750 Kilometer ohne Anhänger an…).
Der langen Rede kurzer Sinn, nach 2 DVD-Filmen (Hanni und Nanni bzw. Wir Kinder aus Bullerbü) und nur noch knapp 80 Kilometer vor Cartagena war Schluss, die Kinder wollten nicht mehr. Nun hieß es, kurzfristig einen Campingplatz für ein oder zwei Übernachtungen zu finden. Wir fanden im Internet eine Empfehlung für einen Campingplatz ganz in der Nähe, er wurde von einer deutschen Wohnwagenzeitschrift zum zweitbesten Campingplatz in ganz Spanien gewählt. Nichts wie hin, dachten wir uns. Die Ernüchterung folgte sehr schnell.
Der Platz war riesig, knallvoll und erinnerte uns eher an ein Flugfeld oder einen Grossparkplatz eines Einkaufszentrums als an einen Campingplatz in schöner Natur, wie wir es bis anhin gewohnt waren. Die gute Bewertung hat der Platz wahrscheinlich deswegen bekommen, da es bei jedem Stellplatz Wasser- und Abwasseranschluss sowie TV- Anschluss gab und die Parzellen topfeben und gekiest waren. Also genau das alles, was wir eben nicht mögen und nicht brauchen. Sei’s drum, wir nahmen das Ganze mit Humor, „bewunderten“ die Riesenwohnmobile, Flaggenparaden, Gartenzwergausstellungen und Pudelfrisuren und entschlossen uns, so schnell wie möglich weiter zu fahren.
Da am nächsten Tag Helloween war und Esmeralda unbedingt auf die angekündigte Helloween- Party wollte, blieben wir sogar zwei Nächte, aber dann war wirklich Schluss mit lustig und wir machten uns auf den Weg nach El Portus. Da sind wir jetzt schon über eine Woche und es ist toll. Schon beim Ankommen stellte sich dieses Mmmmm- oder Wauuuhh- Gefühl ein. Der Campingplatz liegt einer Oase gleich an einer einsamen Bucht, umgeben von spektakulärer, karger Landschaft (und tollen Bergen zum Mountainbiken, Klettern, Joggen, Höhlen erkunden, etc.). Die Gegend rund um Murcia und Cartagena, wo El Portus liegt, gilt als eine der trockensten Regionen Europas, dementsprechend ist die Landschaft und dementsprechend ist das Wetter, nämlich bestes Badewetter bei ca. 25 Grad und Sonnenschein und so soll es gemäß Wetterbericht auch die nächsten Tage bleiben.
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass El Portus ein Camping Naturista ist, also einer, wo textilfrei gebadet werden kann. Nach unseren positiven Erfahrungen in Korsika haben wir auch hier nur gute Erfahrungen gemacht. Die Camper auf diesen Plätzen fühlen sich als eine Gemeinschaft und sind extrem nett. El Portus ist richtig multikulti, es sind sowohl Kurzzeiturlauber als auch Überwinterer da und einige wohnen sogar das ganze Jahr über hier.
Wir werden sicherlich auch noch ein, zwei Wochen hier bleiben, da es auch unseren Kids, Esmeralda und Penelope, so gut gefällt. Sie lieben das Surfen in den Wellen, das Scooter- bzw. Like-a-Bike- Fahren auf der steilen Rampe hinten am Berg, das Zuschauen beim Boule-Spielen und das Mandarinenessen (sie wachsen hier an jeder Ecke und sind gerade reif.) Der Campingplatz hat sogar ein Hallenbad, welches seit kurzem für die Wintersaison eröffnet hat. Am Morgen zieht es uns (die Kids) immer ins Hallenbad, nach dem Mittagessen wechseln wir ans Meer.
Liebe Freunde von Familie Ausgeflogen, viel mehr gibt es im Moment nicht zu berichten, wir haben es nach wie vor prima und geniessen das Unterwegssein.














































2 Responses to Familie Ausgeflogen in Südspanien
Hola liebe Familie Ausgefolgen!
Ihr wisst gar nicht, welch gute Dienste ihr in meinem Leben leistet 🙂 Ich sitze zwischen Bergen an Bücher und versuche meine Diplomarbeit (endlich) zu schreiben. Und jedes Mal, wenn ich eine Email von euch in meinem Postfach sehe….taataaa ein Lächeln in meinem Gesicht! Ich lese die Berichte sehr gerne und sie haben eine total entspannende und auflockernde Wirkung auf mich!-Danke 🙂
Alles Liebe vom Schreibtisch 🙂
Meral
Hi Meral, Es freut uns, wenn unsere Berichte auf dich eine entspannende Wirkung haben und das Erstellen deiner Diplomarbeit somit ein klein wenig leichter fällt. Viel Erfolg und Durchhaltevermögen und natürlich liebe Grüsse an die ganze Familie Von Familie Ausgeflogen
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